Acarajé ist ein Street-Food-Gericht aus dem Nordosten Brasiliens. Hauptzutat sind geschälte und gemahlene Augenbohnen, die zu einem Teig verarbeitet, zu Kugeln geformt und in Palmöl frittiert werden. Für den Verzehr werden sie gewöhnlich aufgebrochen oder -geschnitten und mit Würzpasten wie Vatapá oder Caruru, Tomatensalat und/oder Garnelen gefüllt.

Baiana

Besonders in den Straßen von Salvador da Bahia kann Acarajé als Imbiss gekauft werden. Heute sind die meisten Straßenverkäufer in Bahia Frauen. Man erkennt sie leicht an ihren weißen Baumwollkleidern und dem Tuch, das sie um den Kopf gewickelt tragen. Diese Frauen, die baianas genannt werden, erscheinen oft als Motiv in den Kunstwerken dieser Region. Seinen Ursprung hat dieses Rezept in Westafrika. In Teilen Nigerias, in Ghana, Togo und in Benin wird es auch heute noch hergestellt, allerdings teilweise unter anderem Namen wie Akara oder Kosai (Nigeria) oder Koose (Ghana).

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Acaraj%C3%A9

 

Was für die Deutschen die Currywurst mit Fritten ist, ist für die Brasilianer, vor allem jene aus dem Bundesstaat Bahia im Nordosten des Landes, das Acaraje. Ein kleiner Snack, schnell zubereitet, an jeder Ecke zu haben und ausgesprochen schmackhaft – zumindest, wenn man es etwas schärfer mag.

Mitgebracht haben ihn die einstigen Sklaven aus Afrika, was auch die Herkunft des Wortes erklärt. ‚Akara‘ bedeutet in manchen afrikanischen Sprachen ‚Feuerball‘, ‚je‘ kann man mit ‚essen‘ übersetzen.

Und um diesen in Palmöl gebratenen Snack aus Bohnenmehl, Zwiebeln, diversen Gewürzen und manchmal auch Krabben ist in Brasilien ein Streit entbrannt. Der festgeschriebene Schutz für FIFA-Sponsoren wie zum Beispiel McDonald’s sieht vor, dass diese während der WM 2014 innerhalb eines Umkreises von zwei Kilometern rund um die Stadien Exklusivität genießen – also Hamburger statt Acaraje.

Dagegen läuft die ABAM, die Vereinigung der Acareje-Verkäuferinnen, Sturm. In einer Petition an FIFA-Präsident Sepp Blatter, Brasiliens Sportminister Aldo Rebelo und WM-Mitorganisator Ronaldo fordern sie eine Sondergenehmigung. „Es wäre ungeheuerlich, wenn Acareje bei der WM nicht verkauft werden dürften“, schrieb die ABAM in der Petition, schließlich sei das frittierte Bohnen-Sandwich vor sieben Jahren in Brasilien zum nationalen Kulturerbe (!) erklärt worden.

Die FIFA bezeichnete es „wichtig, dass die brasilianische Kultur bei den Angeboten für Snacks und Getränke in den Stadien berücksichtigt wird“, und verwies auf die laufenden Verhandlungen mit Konzessions-Bewerbern. „Wenn diese Gespräche abgeschlossen sind, werden wir die Bedürfnisse der einheimischen Besucher und ausländischen Gäste aufeinander abstimmen.“

Wie wenig sich die FIFA allerdings um die brasilianische Kultur und Gesetze schert, hat der ‚Bierkrieg‘ gezeigt, der monatelang im größten Land Südamerikas tobte. Um Ausschreitungen von Hooligans insbesondere bei den Fußballspielen zumindest einzudämmen, ist der Ausschank von Alkohol in allen Sportstätten von Belem bis Porto Alegre seit 2003 verboten.

Dieses Gesetz sollte auch während der WM 2014 gelten, doch da hatte die Regierung die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Frei nach dem Motto ‚Das Gesetz sind wir‘ hatte FIFA-Generalsekretär Jerome Valcke erklärt: „Alkoholische Getränke gehören zu Fußball-Weltmeisterschaften dazu. Wir werden sie auch in Brasilien haben. Entschuldigung, dass ich ein wenig arrogant klinge, aber das ist etwas, was nicht verhandelbar ist. Der Fakt, dass wir das Recht haben, Bier zu verkaufen, muss Teil des Gesetzes sein.“ Basta!

Was folgte, war ein langer Kampf der Präsidentin Dilma Rousseff mit Abgeordneten und Senatoren, an dessen Ende im Juni die Ausnahmeregelung gebilligt wurde. Der FIFA-Premiumpartner Anheuser-Busch darf also sein Getränk – manche nennen es Bier – in und um die Stadien verkaufen, was den Aracaje-Verkäuferinnen wohl verwehrt bleiben dürfte.

Quelle : http://www.sport.de/cms/brasilien-im-acaraje-krieg-1325719.html?c=972c&i=22